Brot ohne Ofen

Kurz nachdem das Postmännchenfrauchen heute da war, ist die Menschin mit einem große Karton in die Küche gegangen und hat maulend und meckernd was von Spülen und Putzen geflucht. Dabei wollte sie natürlich niemand stören, schließlich ist diese Spülerei Menschensache.

Als es etwas ruhiger wurde und die Gefahr des Spülens gebannt gewesen zu sein scheint, hat sich die Drrrrillogie in die Küche geschlichen, um nach dem rechten zu sehen. Dort stand ein viereckiges weißen Ding.

Lasst uns mal stapeln, vielleicht sieht das Ding von oben nach irgendwas aus…

Sieht jemand, was das ist? Kann jemand was erkennen? Ich glaube, wir müssen mal ein ernstes Gespräch mit unserer Menschin reden, unsere Dillozität im Stapeln ist einfach noch zu klein in der großen Menschenwelt…

Dann hat uns die Menschin aber erklärt, dass das ein Brotbäckerling ist und dass sie da gerade Mehl und Wasser und noch ein paar Sachen reingekippt hat und das weiße Ding macht da jetzt – ganz alleine – ein Brot draus. Das war uns ja suspekt und Nutello fand das doof. Schließlich ist er derjenige, der hier bäckt.

Die Menschin hat ihn dann getröstet und ihm erklärt, dass das Ding uns nur das wöchentliche Brotbacken abnimmt und er sich somit voll und ganz auf Kekse, Kuchen und andere Schleckereien konzentrieren kann. Das fand er zwar immer noch komisch, aber nun gut, erstmal sehen, ob das Ding das überhaupt kann.

Also hieß es warten (die Menschin war so lieb, uns oben drauf zu heben). Wie war das noch gleich mit dem Brotbackenwarten? Aber schön warm an den Bäuchen ist es ja schon. *drrrrr*

Als die Uhr auf dem Ding abgelaufen war, machte es drrr piiiiiep und die Menschin scheuchte uns runter. Hmmm, es riecht wie Brot, es sieht so aus wie Brot,…. und es *mümpfel* schmeckt *mampf* wie Brot. Na gut, Du Ding Du, suspekt bist Du uns immer noch, aber Dein Brot, das kann man echt essen *mümpfel*.

Anmerkung der Menschin: Dass gebrauchte Dinge Gebrauchsspuren haben, das versteht sich von selbst und steckt in der Sache der Dinge. In meinen Augen zählt Schimmel jedoch nicht zu Gebrauchsspuren. Aber gut, ich hätte das gute Stück, wenn ich es auf Ebay versteigert und für die unverschämten Versandkosten pro Gewicht von DHL verschickt hätte, auch sicher verpackt und nicht nur lose, ohne Knüllpapier, Polsterfolie oder wenigstens guten Willen in einen Karton geworfen. Ja gut, ich bin naiv. Nachdem der gesamte Brotbäckerling innen und außen abgeschrubbt und die Rührschüssel samt Haken entschimmelt und ausgekocht waren, scheint zumindest die Funktion noch gegeben zu sein. Die Möglichkeiten und kreativen Spielräume des Dings werden in nächster Zeit ausgetestet werden. To be continued.

7 Gedanken zu „Brot ohne Ofen“

  1. Eine Brotbackmaschine ist für einen kleinen Haushalt eigentlich was Feines. Ich habe auch moch einen in Reserve. Allerdings bin ich manchmal so doof und vergesse, den Quirl rauszunehem, vor allem wenn ich die Zeitautomatik eingestellt habe. Dann gibt es Brot mit Loch.

  2. Eklig ist gar kein Ausdruck… aber der Wille war groß genug und ich habe den Verkäufer mal ganz freundlich angeschrieben, ob er mir nicht ein paar Euros des Kaufpreises zurückgeben will, auf Grund dieser widerlichen Überraschung….

    Das Brot ist auch total lecker geworden. Es ist Dinkel und (fast) nach Rezept. Wenn das aufgegessen ist, versuchen wir uns mit Roggen und dann geht’s an den Sauerteig.

  3. Dr. Stipp meint, Schimmel is nicht so schlimm, der hilft gegen Schnupfen 😉
    unsere Brote haben auch Loch – aber ein Tip: wenn der Rührhaken stecken bleibt, macht das Zahnaua!

    backt ihr mit Mischung oder selbstgemacht? *Rezept will*

  4. Vor dem Essen haben wir den Rührer dann schon rausgenommen, bzw. der blieb einfach in der Schüssel hängen, als das Brot raus purzlte.

    Mit Backmischungen haben wir uns auch schon mal (noch ohne Bäckerling) versucht. War ganz ok, schmeckte aber langweilig. Es geht einfach nix über selbstersonnene Rezepte.

    Das Brot oben ist aus dem Anleitungsbuch des Brotbäckers und besteht ganz simpel aus 630er Dinkelmehl, Wasser, Salz, Trockenhefe und etwas Öl. Es musste ja erstmal getestet werden, ob das Ding Transport und Grundreinigung überhaupt überstanden hat.

    So bald wir den Dreh mit dem Roggenmehl im Bäckerling und dann auch dem Sauerteig raus haben, gibt es das Rezept dazu. Der Bisherige Versuch, einfach Roggen- statt Dinkelmehl zu nehmen, erstmal bei Hefe zu bleiben und mit eigener Gewürzmischung zu verfeinern, endete nämlich vorerst eher spärlich:

    …aber lecker isses trotzdem.

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