Tag 23

Was als Experiment begann, könnte durchaus zur Lebensweise werden. Heute ist Tag 23 in vegan. Auch wenn der ein oder andere (vegane) Dominostein und wöchentlich ein Mon Chèrie (ja, die Dinger sind auch vegan) dran glauben musste, wieder tierische Produkte zu essen, kann ich mir bislang nur schwer vorstellen.

Firestarter Heidelbeere als Frühstück wenn’s schnell gehen muss…

…Tomate Tofu zum Abendessen..

…oder auch das heutige Sonntagsfrühstück…

…nichts lässt mich bisher Milch, Käse oder gar totes Tier vermissen.

Nehmen wir mal – ganz rosa Wolken mäßig – an, es gäbe immer und überall die Möglichkeit vegan zu essen. Es gäbe keine Situationen in denen man als Volldepp hingestellt wird, keinen Salat mit Gelatineessig, keinen Kuchen mit Eiern drinnen und erst recht keinen Restaurantmampf zu essen. Stelle ich mir vor, ich wäre kein Alien, kein Außenseiter und keine Bekloppte, sondern müsste nicht vor einem leeren Teller sitzend anderen zusehen wie sie vermeintlich leckeres in sich rein stopfen und mir bei jedem Bissen erzählen, wie bescheuert es doch ist, diese „Leckereien“ zu verschmähen…. es gäbe für mich zum jetzigen Zeitpunkt KEINEN Gedanken daran, in vier Tagen dem veganen auch nur annähernd wieder abtrünnig zu werden.

Mir geht es so gut wie kaum zuvor, fühle mich fitter als mit (früher) drei Kannen Kaffee am Vormittag und ja, ich lebe 😀

4 Gedanken zu „Tag 23“

  1. Ja, „Nehmen wir mal an…“ – Wie schön wäre es, für seine Entscheidung, was man isst, trägt oder gar liest, nciht gleich verurteilt zu werden. Allein das Buch von Hildmann zu kaufen provoziert bei Veganern Entrüstung und Häme („Der Typ trägt Lederschuhe!“) und bei Carnivoren einen Aufschrei („Vegan?! Das kann nicht gesund sein, da brauchst du Vitaminpräparate..!“).
    Mensch, wenn man jeden einfach mal lassen machen würde, wie er möchte! So lang man seine Mitmenschen nicht belästigt oder bedrängt, kann doch jeder leben, wie er möchte. In der Theorie.

    Mal ausser Acht gelassen, dass man sich im Restaurant wie ein Leprakranker vorkommt und den fragenden Blicken der Kellner möglichst unauffällig ausweicht – bleibst du dran, Sonnenkind, auch wenn andere komisch schauen? 😉
    Ich habe mir das Buch nun auch gekauft (schleiche schon eine ganze Weile drum herum), ich gebs zu, auch gerade wegen des Gewicht-Verlieren-Aspektes. Diäten sind Murks. Vielleicht ist ja ein veganer Schubs (bin seit 5 Jahren Vegetarier) ein Schubs in die Richtung vernünftige Ernährung. Bis jetzt war ich eindeutig ein „Pudding – Vegetarier“… Hat es gewichttechnisch bei dir schon etwas gebracht?

    Ahja – kannst du mir sagen, wo zum Kuckuck man denn Mandelmus herbekommt?
    Und wie schmeckt Matcha? Grüntee mag ich ja, aber allein „Maaaa-tschaaa“.. klingt nicht so besonders lecker. Erinnert mcih an was anderes.

    Liebe Grüße, Shiek

  2. Leben und leben lassen ist so eine schöne Theorie. Ich mag meine Lederschuhe, sie wegzuwerfen hilft auch niemandem mehr, und werde auch jetzt nicht anfangen, irgendwen zu missionieren. Wer mich – meist mit Verachtung und ausgestrecktem Finger – fragt, was ich denn da esse, der wird eine ehrliche Antwort bekommen. Wer sein Supermarktsteak essen will, der möge es tun, aber bitte respektieren, dass ich auch nicht „nur mal probieren“ will.

    Ich war ja schon viele Jahre lang Vegetarier und das ohne Pudding. Die dummen Sprüche und die Versuche, Familienfeiern und Restaurantbesuche zu umgehen, sind mir also längst bekannt.

    Wie oben geschrieben, sehe ich im Moment keinen Grund, das Experiment als Experiment zu beenden. Ich bleibe erstmal dabei. Wie andere gucken, war mir eigentlich schon immer egal. Ja, es gab Zeiten, da hatte ich grüne Strähnen in den Haaren *g*.
    Spaß bei Seite, dumme Blicke oder die Bequemlichkeit werden sicher kein Grund sein, hier und da zum „schummeln“ gezwungen zu werden. So weit wie es mir möglich ist, bleibe ich erstmal vegan und die drei Tage im Jahr, die mir was anderes untergejubelt wird, werde ich mit stillschweigender Verachtung durchstehen, aber ohne gleich dem Wahnsinn zu verfallen.

    Mein Körpergefühl und die Wage sind auch zufriedener geworden. Die letzten drei Wochen haben den Abwärtstrend auf der Wage keinesfalls unterbrochen. Kein Wunder, wenn der Stoffwechsel wieder funktioniert, ist es dem Körper eine Bedürfnis, unnötigen Ballast abzuwerfen. Nach und nach aber stetig und gesund. Für mich ein weiteres Zeichen, dass die vegane Ernährung für mich ganz persönlich, für meinen Körper zum jetzigen Zeitpunkt die richtige ist.

    Mandelmus bekommst Du in jedem Bioladen oder Reformhaus und in jedem Supermarkt oder Drogeriemarkt, der z.B. Alnatura vertreibt. Also eigentlich überall dort, wo man Lebensmittel, die ihre Bezeichnung noch verdienen, bekommt.

    Matcha schmeckt wie Matcha eben. Wenn Du Grüntee magst, also echten Grüntee und nix aromatisiertes aufgehübschtes, dann stell ihn Dir als herben, intensiven Grüntee vor. Ich finde ihn sehr lecker und mische ihn auch gerne in Mandelmilch oder Sojamilch-Gemixe,

    LG,
    Das.Sonnenkind

  3. Ich schließe mich an. Es wäre schon soooo viel geschafft, wenn alle nach o.g. Motto leben würden. Aber… Zu sehr sind alle auf Norm geeicht. Was nicht passt, wird so lange gegängelt, bis es wieder passt. Oder vertrieben. Oder ignoriert.

    Traurig sowas.
    Mein Fall wäre diese Ernährung dauerhaft nicht. Aber ich käme nie auf die Idee, da jemanden zu verurteilen. Ich mein. Schadet ja niemandem. Im Gegenteil…

  4. Anfeindungen kommen eh von denen, die ganz tief drin ein schlechtes Gewissen haben und den Aspekt des Tier-Leidens am liebsten nicht so oft in der Öffentlichkeit erwähnt haben möchten, weil Verdrängung ja viel leichter ist als Verantwortung. Und Nachhaltigkeit. Und ethisches Handeln. Und Mitgefühl. (…)

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