Viehscheid 2012.

Für einen Samstag sind wir heute viel zu früh aufgestanden. Um halb acht gab’s schon Frühstück und um neun Uhr waren wir schon in der Stadt. *gähn*. Wenigstens wurden wir getragen.

Aber wir waren nicht die einzigen mit Samstagsbettflucht. Jede Menge Leute sind an den Straßenrändern rumgestanden und haben auf irgendwas gewartet. Kurz bevor uns kalt genug wurde, wieder in die Tasche zu schlüpfen, kam Musik die Straße lang…

…und gleich dahinter ein (vierbeiniges) Rindvieh mit Blumenschmuck auf dem Kopf und um den Bauch.

Es blieb nicht bei einem Rindvieh. Da kamen noch mehr…

…und noch mehr…

…und fast alle mit großen Schellen um den Hals.

Dazwischen hüpften sogar Ziegen.

Es kamen immer noch mehr.

Insgesamt 800 Rindviecher wurden durch die Stadt zum großen Viehmarktplatz getrieben. Das nennt sich Viehscheid und die kamen alle direkt zu Fuß von den Alpen der Umgebung. Dort wird es nämlich ganz bald zu kalt, um draußen zu grasen und deshalb kommen die ganzen vier- und zweibeinigen Rindviecher wieder „ins Tal“ nach Hause.

Nein, das sind keine antiken Fotos aus’nem ollen Heimatfilm, das war heute Vormittag live hier mitten in der Stadt!

Mittendrinnen hüpften zwei junge Esel.

Auch die haben den Sommer wohl auf einem der Berge verbracht und kommen nun nach Hause, zurück in den Stall.

Auf dem großen Platz angekommen, wagte sich unser Urrrrlauber – langsam gewöhnt er sich an das nicht-Stadtleben – etwas näher an die Rindviecher ran.

Hallo Kuh!

Wohl noch nie ein Gürteltier gesehen, Du Kuh Du?

Auch die Kühe von dem Berg, den wir vom Balkon aus sehen, waren dabei…

…mit einem Kranzrind. Jede Alpe hat sein eigenes Kranzrind. So ein schön geschmücktes Rindviech vorne weg bedeutet, dass es ein guter Sommer war. Wenn nicht alle heil wieder runter kommen vom Berg, dann gibt es auch kein Kranzrind.

Einige der Kranzrinder haben sogar Spiegel im Schmuck. Der soll, so sagt man, böse Geister abwehren.

*Muuuh*

Als die Vierbeiner nach Stall und Zuhause sortiert waren, wurden einige in Anhängern und LKWs verladen und – wir hoffen – nach Hause gefahren.

Die, die es nicht ganz so weit haben, wurden direkt zu Fuß weiter getrieben. Das können durchaus auch noch einige Kilometer sein, aber alle einzeln zu verladen geht nicht unbedingt schneller und einfacher, als „einfach“ noch ein paar Kilometer weiter zu laufen. Wie die Straßen der Stadt jetzt aussehen, das verschweigen wir mal lieber. Landluft liegt in der Luft *hihidrrr*

Nur ein kleines Kälbchen, das war einfach noch zu klein, um alleine vom Berg runter und in den heimischen Stall zu laufen. Das bekam ein Frontladertaxi. Mit Blumenschmuck dran!

Ganz schön spannend, was in diesem Allgäu so alles los ist, lässt unser Urrrlauber ausrichten. Und der Käsesemmel, den wir uns, bevor wir unseren Berg Hügel nach Hause wieder hochgedrrrrt sind, gegönnt haben, der war ganz drrrrastisch lecker.

Ach ja, Foto vom Käsesemmel gibt’s keins, denn die Menschin wollte was von ab haben, statt mit Knipsen abgelenkt zu sein. *drrrr*

2 Gedanken zu „Viehscheid 2012.“

  1. Was für eine Mühe, so viele Kühe! 😀

    Schöne Rindviecher habt ihr da im Süden, so herrlich plüschig. Und schön zu sehen, daß es immer noch einige wenige Kühe in Deutschland gibt, die tatsächlich auf einer Weide stehen dürfen!!!

    Die Dillos meinen: Drrrtastisch!

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